Hausbau barrierefrei: Für die Zukunft gut gerüstet

Hausbau barrierefrei: Für die Zukunft gut gerüstet

Wer ein Haus bauen möchte, sollte auch die Zukunft im Blick haben. Das betrifft nicht nur das Fertighaus selbst und die verbaute Haustechnik, das gilt insbesondere auch für die Nutzung des Hauses.

Bauherren bauen üblicherweise ihr Haus für die nächsten Jahrzehnte und zur eigenen Nutzung. Das Durchschnittsalter der Bauherren liegt laut einer Studie von Immowelt heute bei 38 Jahren. Es ist also gut, wenn sie bei der Planung auch einige Jahre in die Zukunft schauen. Keiner von uns hat eine Glaskugel, die uns zeigen kann, ob wir in 20 Jahren oder in 30 Jahren noch fit sind. Und keiner spricht gerne über mögliche Gefahren, über gesundheitliche Herausforderungen und mögliche Krankheiten. Wer heute ein nachhaltiges Haus plant und dieses barrierefrei ausstattet, beweist Weitblick und sichert seine Zukunft bestmöglich ab.

Barrierefrei bauen – was ist das eigentlich?

Barrierefreies Bauen heißt, Wohnungen, Häuser und öffentlich zugängliche Orte so zu planen und zu bauen, dass sie barrierefrei sind, also von allen Menschen ohne fremde Hilfe und ohne jegliche Einschränkung genutzt werden können. Ein barrierefreies Haus ist für viele Menschen die Voraussetzung um mobil zu sein und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Die Vereinten Nationen haben im Jahr 2008 ihre Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention 2008) verabschiedet. Ein wesentlicher Punkt der Konvention betrifft Barrierefreiheit, persönliche Mobilität und unabhängige Lebensführung. Für das barrierefreie Bauen gibt es mit DIN 18040 deshalb sogar eine DIN-Vorschrift, die maßgeblich für das barrierefreie Planen und Bauen ist.

Was gehört zur Barrierefreiheit?

Barrierefreiheit fängt schon beim Hauseingang ein: Möglichst ebenerdig und ohne Schwellen. Wenn es aufgrund der Grundstückssituation nicht geht, kann man sich neben der Hauseingangstreppe notfalls mit einer Rampe behelfen, die über eine ausreichende Breite sanft ansteigend sein sollte. Ist die Rampe zu steil, könnte sie – ähnlich wie eine Treppe – zu einem unüberwindbaren Hindernis werden. Sämtliche Verkehrsflächen innerhalb des Hauses sollten großzügiger geplant werden, dazu gehören auch die Haustür und sämtliche Innentüren, die breiter als normal ausfallen.

Nicht barrierefreier Hauseingang mit Treppenlift
Schnappschuss von unterwegs: Die Bewohner dieses Hauses haben nicht barrierefrei geplant. Der Hauseingang wurde zum unüberwindlichen Hindernis. Mit dem neu montierten Treppenlift ist zumindest das Betreten des eigenen Hauses wieder möglich.

Ganz wichtig ist die Bad- und Küchenplanung: Eine Küche, die eine Person aus dem Rollstuhl nicht mehr nutzen kann, etwa weil Kühlschrank und Backofen sowie Lüftung unerreichbar sind, würde allein schon dazu führen, dass die Wohnsituation unerträglich werden kann.

Im Bad ist eine bodentiefe, größere Dusche mit breitem Einstieg genauso wichtig, wie ein WC mit ausreichend freier Fläche. Die Haltegriffe oder Einstiegshilfen für die Badewanne kann man auch später montieren lassen, wenn sie heute als störend empfunden werden. Wichtig ist nur, dass man schon die Basis dafür schafft. Die Waschtische sollten nicht zu hoch sein, hier hilft auch die Möglichkeit, diese abzusenken. Sämtliche Schalter und Steckdosen müssen in einer leicht erreichbaren Höhe montiert werden.

Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit wichtig. Auch Menschen mit Sehschwäche oder Problemen in der Informationsverarbeitung kann mit einer barrierefreien Planung und Ausstattung geholfen werden. Für Blinde und Sehbehinderte gibt es zum Beispiel Bodenindikatoren und Tastkanten. Jeder, der mal nachts einen Stromausfall hatte und sich in totaler Dunkelheit durch sein Haus oder seine Wohnung bewegen musste, kann nachfühlen, wie hilflos man sich fühlt, wenn man nichts sehen kann. Und wenn das der Dauerzustand ist, dann ist eine Hilfe tatsächlich dringend erforderlich.

Bis ins hohe Alter unabhängig – den Grundstein legt man schon bei der Planung

Ein nicht barrierefreies Haus nachträglich auf Barrierefreiheit umzurüsten, ist mit größeren Bauarbeiten verbunden, die einiges Geld kosten. Deshalb sollte man schon bei der Planung eines Hauses so stark wie möglich auf Barrierefreiheit setzen. Das gehört in das Gespräch mit dem Bauberater und nochmal in das Architektengespräch. Hier kann der Bauherr seine Wünsche und Vorstellungen äußern und diese direkt in die Planung aufnehmen lassen. Bei der Bemusterung weiß das Unternehmen dann bereits, welche Schalter, welche Türen und was sonst noch nötig ist.

Dieser Grundriss des Bungalows 145-0-0 von Schäfer Fertighaus lässt sich leicht so umplanen, dass eine Pflegekraft ihre eigene Einliegerwohnung erhält.

Bungalow mit Bereich für Pflegekraft
In dieser Grundriss-Planung hat die Pflegekraft einen eigenen Bereich.

Die Bauberater von Schäfer Fertighaus haben schon viele barrierefreie Häuser mit den Bauherren zusammen konzipiert und gebaut. Sie helfen mit ihrer Erfahrung, auch wirklich jedes Detail zu bedenken, das später ein Problem darstellen könnte.

Welche Häuser sind barrierefrei?

Das ganz typisch leicht barrierefrei zu planende Haus ist der Bungalow. Hier lebt man komfortabel und ohne Treppen auf einer Ebene. Da braucht es keinen Treppenlift oder Aufzug. Der Bungalow ist auch deshalb bei der Generation der über 50jährigen Bauherren besonders beliebt.

Barrierefreier Bungalow 145-0-0 Schäfer Fertighaus
Ein moderner Falchdach-Bungalow von Schäfer Fertighaus ermöglicht ein Leben ohne Treppen. Mit einer barrierefreien Ausstattung sichert dieses Haus die Unabhängigkeit und Mobilität bis ins hohe Alter.

Grundsätzlich kann jedes Haus barrierefrei werden, wenn man bei der Planung der Grundrisse aufmerksam vorgeht. Mindestens ein Schlafzimmer und ein barrierefrei ausgestattetes Bad im Erdgeschoss werden benötigt, damit man im Falle eines Falles nicht das Wohnzimmer umwidmen muss. Dazu müssen die Flure und Zimmertüren breiter sein.

Was kann ich sonst noch tun?

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, im Haus eine Einliegerwohnung einzuplanen. Diese kann man selbst nutzen, wenn man nicht so viel Platz braucht oder man nutzt sie zur Unterbringung einer Pflegekraft. Diese Einliegerwohnung lkann man vorher als exklusives Gäste-Appartment oder Home-Office nutzen. Damit wäre man wirklich auf viele mögliche Situationen vorbereitet.

Fördermittel für Barrierefreiheit

Leider bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau heute für den Neubau barrierefreier Häuser noch keine eigenen Förderprogramme an. Die aktuellen Programme der Förderbank sind entweder allgemein (wie das Wohneigentumsprogramm 124) oder auf Energieeffizienz ausgerichtet. Die Schaffung barrierefreien Wohnraums wird zur Zeit nur für Bestandsimmobilien gefördert. Hier kommen die Programme 159 – Altersgerecht Umbauen oder 455 – Altersgerecht Umbauen/Einbruchschutz in Frage.

Es kann aber Programme von Bundesländern geben, die interessant sein können. In Niedersachsen hat die NBank zum Beispiel ein Förderprogramm für den Neubau von Wohnraum für Menschen mit Behinderung, in Bayern gibt es so ein Programm leider noch nicht.

Die bundeslandspezifischen Förderprogramme für barrierefreies Bauen sind hauptsächlich für Schwerbehinderte unter Berücksichtigung von Behinderungsgrad und Einkommenssituation. Auch die Pflegeversicherung gewährt finanzielle Zuschüsse, wenn dadurch im Einzelfall die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert wird. “Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.” heißt es im Artikel 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland. Wenn dieser Artikel gelebt werden soll, müsste barrierefreies Bauen stärker gefördert werden.

Unser Tipp: Machen Sie die Entscheidung für mehr Barrierefreiheit Ihres neuen Hauses nicht von Fördermitteln abhängig. Es ist ihre Zukunft, die Sie mit dem Bau ihres Hauses unabhängiger gestalten möchten. Und deshalb sollten Sie im eigenen Interesse heute schon an morgen denken.

 

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